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Jugendzeltplatz Villingen-Schwenningen

- Projektbeschreibung -

Träger:

Das Jugendwerk St. Georg e.V. ist der Rechtsträger des katholischen Pfadfinderstammes St. Ulrich von Augsburg, VS-Villingen. Vereinsziel ist die finanzielle und organisatorische Unterstützung von Jugendgruppen, die sich den weltweit geltenden Grundsätzen und Idealen der Pfadfinderei verbunden fühlen. In Villingen-Schwenningen gibt es sowohl in den beiden Stadtbezirken, als auch in den Teilorten mehrere Pfadfindergruppen.

Bereits Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden in Villingen die ersten Pfadfindergruppen gegründet. Während des Nationalsozialismus wurden diese Gruppen zwangsaufgelöst oder tauchten in den "Untergrund" ab. In den 50er Jahren gründeten sich nach und nach einige der Pfadfindergruppen wieder neu. Dies waren der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP), die Christlichen Pfadfinder (CP) und die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG).

Die älteste davon heute noch existierende Gruppe sind die Georgspfadfinder, die sich als Verband die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit entsprechend den Leitlinien der Pfadfinderei zur Aufgabe gemacht hat. Im Einzelnen sind dies:

  •  Glaube und religiöses Engagement
  •  Politisches Handeln und Mitgestaltung der Zukunft
  •  Verwirklichung der Menschenrechte
  •  Einsatz für sozial Benachteiligte in der Gesellschaft
  •  Internationale Begegnungen und Partnerschaften

Zurzeit gibt es alleine bei den Villinger Georgspfadfindern (www.dpsg-villingen.de) über 100 Mitglieder, wovon sich ca. 60 Kinder und Jugendliche (8 – 20 Jahre) mit ihren ehrenamtlichen Leiterinnen und Leitern zu regelmäßigen Gruppenstunden, Wochenend- und Zeltfreizeiten treffen. Darin setzen sie sich mit gesellschaftlichen, religiösen und karitativen Themen aktiv auseinander. Die Kinder- und Jugendgruppen, aufgeteilt in vier Alterstufen, trafen sich in der Vergangenheit zu ihren wöchentlichen Gruppenstunden in angemieteten Räumen. Seit Dez. 2009 finden die Treffen im neuen Blockhaus am Jugendzeltplatz statt.

Einmal im Jahr stellen sie sich und ihre Arbeit in einem größeren Rahmen der Öffentlichkeit vor. Dazu führen sie bereits seit 1968 auf einer Waldwiese zwischen VS-Volkertsweiler und VS-Pfaffenweiler ihr weit über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes Wieslefest durch, das nicht nur bei Familien mit kleineren Kindern sehr beliebt ist.

 

Konzeption:

Bereits seit Ende der 50er Jahre hatten die Villinger Pfadfinder ihre Waldwiese vom städtischen Forstamt gepachtet, um sowohl örtlichen als auch auswärtigen Gruppen die Möglichkeit zu bieten, zu zelten und in einer naturnahen Umgebung den Schwarzwald zu erleben. Dort fanden bis ins Jahr 2009 regelmäßig Zeltlager und Begegnungen von Kindern und Jugendlichen statt. Da der Platz jedoch weder über einen Trinkwasseranschluss, noch über sanitäre Einrichtungen verfügte, war die Nutzung nur wenigen Gruppen möglich. Mit jüngeren oder behinderten Kindern empfahl sich dieser Platz darum nur eingeschränkt. Daher mussten in der Vergangenheit interessierte Gruppen leider immer wieder auf andere Plätze ausweichen.

Aus diesem Grund entwickelte das Jugendwerk St. Georg e. V. die Idee, einen den aktuellen Ansprüchen unserer heutigen Zeit angemessenen Jugendzeltplatz mit Sanitärtrakt zu errichten. Vor dem Hintergrund der für 2010 geplanten Landesgartenschau in Villingen-Schwenningen und dem damit verbundenen Bedarf an preisgünstigen Übernachtungsmöglichkeiten, gerade für jüngere Besuchergruppen, stimmte der Gemeinderat der Stadt im Jahr 2005 zu, ein zum Zelten geeignetes Gelände in der Nähe der bisherigen Pfadfinderwiese zur Verfügung zu stellen. Das Jugendwerk erklärte sich bereit, den Zeltplatz zu realisieren und betreiben.

Der Zeltplatz soll vor allem dazu dienen, dass Kinder und Jugendliche wieder eine Möglichkeit finden, in einer (weitestgehend) intakten Natur ihre Freizeiten zu verbringen. Dazu ergeben sich in direkter Umgebung ideale Voraussetzungen. Durch seine behindertengerechte Sanitärausstattung ist der Platz auch für Gruppen mit Rollstuhlfahrern geeignet.

Fußläufig bietet sich im Sommer das nahe gelegene (ca. 1,5 km) städtische Freibad und das Freizeitheim Feldner Mühle mit seiner Reitgelegenheit an. Das Hallenbad befindet sich in 1,2 km Entfernung. Auch lässt sich die historische Villinger Altstadt (ca. 2 km) und der Bahnhof (ca. 3 km) gut zu Fuß erreichen.

Wem das zu weit ist, kann aber auch die in unmittelbarer Nähe des Zeltplatzes haltende Buslinie 1 nutzen, die über die Innenstadt ohne Umsteigen direkt bis in die alte Uhrenindustriestadt Schwenningen geht. Dadurch, dass das städtische Busnetz in das des Verkehrsverbundes Schwarzwald-Baar eingebunden ist, lässt sich kostengünstig das komplette Tarifzonengebiet (einschl. Schienenverkehr) bis Blumberg, Tuttlingen und Rottweil nutzen.

Der Platz grenzt direkt an den städtischen Forst, der mit seinem hervorragend erschlossenen Wegenetz vor allem für ausgedehnte Radtouren in die weitere Gegend geeignet ist. Durch die lückenlose Einbindung des Stadtwaldes in den Naturpark Schwarzwald ist die Nutzung des weitläufigen Wandernetzes des Schwarzwaldvereins gegeben. Von hier aus gelangt man entlang des Höhenrückens in nördlicher Richtung bis nach Pforzheim und nach Süden über den Feldberg (1.493 m), vorbei am Titisee und Schluchsee bis in die Schweiz.

Auf dem Gelände wurde u. a. ein Blockhaus errichtet, in dem neben den sanitären Ein­richtungen und dem Materiallager auch die Gruppenstunden der Pfadfinder stattfinden. Dies bietet Vorteile bei der Zeltplatzverwaltung und stellt gleichzeitig die notwendige soziale Kontrolle sicher.

Das Blockhaus wird an mehreren Abenden in der Woche, gelegentlich auch an den Wochen­enden, von den Pfadfindergruppen für ihre Zusammenkünfte genutzt. Es soll neben der Unterbringung der eigenen Gruppen vor allem auch deren Begegnung mit anderen Kinder- und Jugendlichen dienen. Das Projekt stieß vor allem bei den bereits im Vorfeld eingebundenen Vereinen auf großen Zuspruch, da dadurch eine deutliche Verbesserung im Bereich der Freizeitangebote geschaffen wurde.

 

Projektablauf:

Die Stadt erteilte die entsprechende Baugenehmigung im Oktober 2006. Da umgehend massive Bürgerproteste aus dem angrenzenden Wohngebiet gegen das Vorhaben aufkamen, suchten die Pfadfinder zusammen mit der Stadtverwaltung nach einer geeigneten Standortalternative in der Nähe. Diese wurde mit einem rd. 15.000 m² großen Wiesengrundstück gefunden, mit dem auch die Anwohner einverstanden waren, liegt damit doch die nächste Wohnbebauung ca. 400 m entfernt.

Mit dem neuen Standort stimmte auch der Gemeinderat der Stadt am 26.09.2007 einstimmig dem entsprechenden Bebauungs- und der Änderung des Flächennutzungsplans als Grundlage für die neue Baugenehmigung zu, die Anfang 2008 erteilt werden konnte. Am 21.11.2007 wurde der neue Pachtvertrag zwischen der Stadt und den Pfadfindern offiziell unterzeichnet. Er ist in den nächsten Jahrzehnten Basis für den Betrieb des Zeltplatzes.

Nach der durch die Standortverlegung notwendig gewordenen Umplanung wurden Gespräche mit potenziellen Sponsoren und Handwerks- bzw. Baufirmen geführt, um die für den ersten Realisierungsschritt notwendigen Bauaktivitäten zu koordinieren. Zudem wurden verschiedene Förderanträge beim Land Baden-Württemberg gestellt. Insgesamt flossen staatliche Mittel in Höhe von 40.000 €.

Im April 2008 wurde der offizielle Spatenstich durchgeführt. Bereits vier Monate später konnte Richtfest gefeiert werden. Die offizielle Eröffnung des neuen Zeltplatzes fand am 8./ 9. Mai 2010 statt, pünktlich zum Beginn der Landesgartenschau in Villingen-Schwenningen. Bereits im August 2010 war der Platz das erste Mal vollständig ausgebucht.

 

Unterstützung:

Neben der Unterstützung des Projektes durch die Stadt, hatten die beiden LionsClubs aus Villingen und Schwenningen die Patenschaft des Projektes übernommen. Ebenfalls arbeiteten die im Vorfeld eingebundenen Vereine, sowie Handwerk und Gewerbe tatkräftig mit.

Der SÜDKURIER unterstützte als überregionale Tageszeitung die Pfadfinder aktiv bei der Beschaffung von Geldern. Dazu hatte die Lokalredaktion im Oktober 2007 zu einer Spendenaktion aufgerufen. Im Rahmen einer Baumstamm-Patenschaft konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger symbolisch Baumstämme kaufen. Mit Beträgen von jeweils 30 €, 50 €, 100 € oder 200 € erwarb man die für das Blockhaus benötigten Balken. Auf den Bauplänen wurden die Paten mit ihren Baumstämmen verewigt und so deren Unterstützung für dieses Projekt dauerhaft dokumentiert. Über die Patenschaften konnte ein Betrag von insgesamt 60.000 € erzielt werden.

Ein solches Projekt zu stemmen, ist für einen vergleichsweise kleinen Verein eine enorme Herausforderung. Trotzdem gelang es mit vereinten Kräften, ohne dass dabei der eigentliche Erziehungsauftrag allzu sehr gelitten hat. Im Gegenteil: Der Stamm und seine Pfadfinderarbeit haben auf alle Fälle von diesem Projekt gewaltig profitiert. Es kam dadurch in die Stammesaktivität neuer Schwung, seither wächst das Interesse neuer Mitglieder und Gruppenleiter. Die Aussichten auf ein wirklich tolles Pfadfinderheim haben alle richtig motiviert.

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